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„Quantenquatsch“

Es geht hoch her im Plenarsaal. „Das ist Quantenquatsch, kein Quantensprung“, ruft der Abgeordnete der SPD vom Rednerpult. Lachen aus der Fraktion der CDU, Klatschen von der SPD.
Die Debatte zum Betreuungsgeld ist hitzig und laut. Auf der Zuschauertribüne kann man sich kaum unterhalten.  Unten im Plenum stehen Politiker einfach auf, ohne Rücksicht auf den Redner. Sie laufen zu anderen Tischen, reden und lachen miteinander. So hatte ich mir eine Debatte im Landtag nicht vorgestellt.

Der Plenarsaal des Landtags mit Abgeordneten.

Politik im Ländle

Ich sitze mit einer Gruppe auf der Besuchertribüne des Landtags und erlebe die aktuelle Debatte live mit. Wir, das ist eine Gruppe von Freiwilligen der Diakonie Württemberg. Unser Besuch findet im Rahmen des Begleittags „Politik im Ländle“ statt. Die Rede und die Beiträge zum Betreuungsgeld sind eindrucksvoll-wegen der gebrachten Argumente und den Reaktionen darauf. Zurufe, Applaus und Gelächter, hin und wieder sogar Buhrufe. Die CDU versucht den Redner der SPD aus dem Konzept zu bringen, einer schreit: „Freie Rede, freie Rede“. Die Worte des Abgeordneten sind noch kaum zu verstehen. Dass wir von der Diakonie ausgerechnet heute im Landtag sind, während unten um das Betreuungsgeld gestritten wird, ist Zufall.

Neandertaler in der Steinzeithöhle

„In eurer Steinzeithöhle hätte das Betreuungsgeld vielleicht geholfen, aber heute ist es, wie Peer Steinbrück es so schön gesagt hat, einfach Schwachsinn!“. Damit verlässt der Redner der SPD das Pult und macht Platz für den Konter der CDU:„Wenn die Neandertaler in ihrer Höhle geblieben wären, hätten sie sich nicht weiterentwickelt und wären verhungert. Sie sind aber aus der Höhle herausgekommen und haben die Welt entdeckt und die Evolution weitergebracht.“ Starke Worte. Die Aussage, dass die SPD ein „sozialistisches Menschenbild“ hätte, wäre da  gar nicht mehr nötig gewesen.Die Grünen, die anschließend am Zug sind, sind der Meinung, das Betreuungsgeld könne, wie es schon in Finnland, Norwegen und Schweden zu sehen gewesen sei, als „Herdprämie“ ausgenutzt werden und erfülle somit nicht den Zweck, für den es eingeführt werden soll.

Der Plenarsaal des Landtags mit Blick auf die Besuchertribüne.

„Als Lehrer dachte ich, es wäre unmöglich noch tiefer zu sinken“

Nach 45 Minuten steht die nächste aktuelle Debatte an: „Filderbahnhof plus“. Sie wird von der FDP eingeleitet. Aber wie bei jedem Thema, das mit „Stuttgart 21“ in Verbindung steht, wird der Plenarsaal zum Brüllorchester. Schon bei der Einleitung des Präsidenten kommen aus der SPD und von den Grünen Buhrufe. Es wird immer lauter, es ist kaum noch zu verstehen, was der Abgeordnete sagt. Dann müssen wir runter von der Besuchertribüne.. Wir haben noch eine halbe Stunde, um uns mit den Rednern der Fraktionen zu unterhalten. Dr. Timm Kern von der FDP erzählt, dass er vor seiner Zeit im Landtag Lehrer an einem Gymnasium war: „Ich dachte, es wäre unmöglich noch tiefer zu sinken, denn als Beamter wird man nicht immer gut angesehen. Doch als ich im Landtag anfing wurde ich des besseren belehrt!“. Er ist der Meinung, dass die Bevölkerung inzwischen ein schlechtes Bild von Politikern hätte. Es sei daher schwer, ihr Interesse wiederzugewinnen. Deshalb sei die Debatte zum Betreuungsgeld auch so spektakulär gewesen: „Nur wenn wir die Aufmerksamkeit der Medien gewinnen, erreichen wir auch die Bürgerinnen und  Bürger.“Meine Aufmerksamkeit konnten sie allemal erreichen. Es war ein spannendes Wortgefecht, in dem wörtliche Fetzen flogen.

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